Ju-Jitsu-do oder doch Ju-do?


"Ein Kind ist durch einen Wald unterwegs von der Schule nach Hause, als plötzlich ein Sturm aufkommt. Das Kind beobachtet, wie bei einem grossen Baum, der sich dem Wind entgegenstellt, alle Äste abgerissen werden. Ein kleines Bäumchen aber, das dem Wind nachgibt, überlebt mit allen Blättern und wird ein grosser Baum "

Diese Geschichte zeigt: Nur durch Nachgeben kann man schlussendlich überleben. Genau auf diesem Prinzip basiert Judo: Siegen durch Nachgeben.

Jigoro Kano wurde am 28. Oktober 1860 in Mikage (das liegt zwischen Kobe und Kyoto) geboren. Im Jahre 1877 begann er Ju-Jitsu zu trainieren. Er lernte vorwiegedend Tritte und Schläge, aber auch Haltetechniken. Judo basiert auf Ju-Jitsu. Dies wiederspiegelt sich auch noch heute, setzen doch viele Selbstverteidigungskurse bei den simpelsten Judoübungen, wie O-soto-gari oder O-goshi, an. 

Im Jahre 1882 öffnete Jigoro Kano seinen ersten Tempel, den Kodokan. Da es aber noch eine zweite "Ju-do" Schule gab, die Ryo-Shinto-Ryu Schule, welche eine andere Form von Ju-Jitsu lehrte, benannte Jigoro seine Schule "Kodokan", was soviel wie "Ort zum Studium des Weges" bedeutet.  Jigoro Kano baute das Judo nach drei Prinzipien auf:

"Bestmöglicher Einsatz der Kräfte"
"Wende deine Energie zum guten"
"Wohlergehen für alle"

Da anhaltende Machtkämpfe um die Vorherrschaft im Erziehungsministerium entstanden, wünschte der Kaiser einen fairen Wettkampf um die Strukturen klarer zu regeln. Die Schüler des Kodokan verloren bloss zwei Kämpfe. 

Jigoro Kano starb am 04. Mai 1938 an einer Lungenentzündung auf dem Schiff Hikawa Maru. Er war auf dem Weg von Kairo über Amerika nach Tokyo. In Kairo legte er den Grundstein für die Teilnahme der Judoka an den Olympischen Spielen.

                                           O-goshi
 
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